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Friday, January 26, 2007

Enlightenment fundamentalist ???

Enlightenment fundamentalism or racism of the anti-racists? Pascal Bruckner defends Ayaan Hirsi Ali against Ian Buruma and Timothy Garton Ash, condemning their idea of multiculturalism for chaining people to their roots.
Hirsi Ali’s sole weapons are persuasion, refutation and discourse. Far from the pathology of proselytism, she never transgresses the domain of reason. Her hope of pushing back tyranny and superstition does not seem to result from unsound or unhealthy exaltation. But in the eyes of our genteel professors, Ayaan Hirsi Ali, like the dissenting Muslims Taslima Nasreen, Wafa Sultan, (see her interview on al Jazeera), Irshad Manji, Seyran Ates and Necla Kelek, has committed an unpardonable offence: she has taken democratic principles seriously.
Ayaan oogt niet alleen goed, maar beroept zich ook nog eens een keertje op Voltaire!.
Daarin overdrijft ze, menen Ian Buruma en Timothy Garton Ash, en benoemen haar tot "Fundementaliste der Verlichting". Zelf belichamen zij het racisme der anti-racisten. Multikultuur en diversiteit ketenen de mens aan hun wortels.

Zoals Wouter Bos tegen Prem zei dat deze "genetisch ongeschikt" voor een politieke functie is. Dit is de politiek correcte moderne apartheid waarbij uitheemsen als subsidevee in reservaten, ethnische enclaves in achterlopende wijken tot gettho verwordende gribus worden opgesloten.

Warum soll sich Ayaan Hirsi Ali nicht auf Voltaire berufen,, fragt der französische Philosoph Pascale Bruckner Ian Buruma und Timothy Garton Ash, die sie eine "Fundamentalistin der Aufklärung" genannt haben. "Die Aufklärung gehört dem Menschengeschlecht und nicht nur einigen Privilegierten aus Europa und Nordamerika - die sich überdies herausnehmen, sie wie verwöhnte Gören mit Füßen zu treten und anderen vorzuenthalten. Vielleicht ist der Multikulturalismus angelsächsischer Prägung nichts anderes als eine legale Apartheid, begleitet - wie so oft - vom rührseligen Gesäusel der Reichen, die den Armen erklären, dass Geld allein nicht glücklich macht. Wir tragen die Bürde der Freiheit, der Selbstverwirklichung, der Gleichberechtigung der Geschlechter, euch bleiben die Freuden des Archaischen, des Missbrauchs nach Vorvätersitte, der arrangierten Heiraten, Kopftücher und Vielehen. Angehörige dieser Minderheiten werden unter Denkmalschutz gestellt. Wir sperren sie in ein Reservat, um sie vor dem Fanatismus der Aufklärung und den Kalamitäten des Fortschritts zu bewahren: All jenen, die uns unter dem Sammelnamen Muslime bekannt sind (Maghrebiner, Pakistani, Afrikaner) soll es verboten sein, den Glauben abzulegen, oder nur ab und zu zu glauben, auf Gott zu pfeifen oder sich ein Leben fernab von Koran und Stammesriten aufzubauen. Der Multikulturalismus ist ein Rassismus des Antirassismus. Er kettet die Menschen an ihre Wurzeln."

Uit het Duits van Pascal Bruckner via sign and sight Ayaan Hirsi Ali doesn't only look beautiful, she also invokes Voltaire. This is too much for Ian Buruma and Timothy Garton Ash, who call her an "Enlightenment fundamentalist." But their idea of multiculturalism amounts to legal apartheid. The article originally appeared in German in the online magazine Perlentaucher on January 24, 2007 by Pascal Bruckner, born in 1948, counts among the best-known French "nouveaux philosophes". He studied philosophy at the Sorbonne under Roland Barthes. His works include The Temptation of Innocence - Living in the Age of Entitlement (Algora Publishing, 2000), The Tears of the White Man: Compassion As Contempt (The Free Press, 1986) The Divine Child: A Novel of Prenatal Rebellion (Little Brown & Co, 1994) Evil Angels (Grove Press, 1987)

Fundamentalismus der Aufklärung oder Rassismus der Antirassisten? Perlentaucher.de:
Ayaan Hirsi Ali sieht nicht nur gut aus, sondern beruft sich auch noch auf Voltaire. Da übertreibt sie, finden Ian Buruma und Timothy Garton Ash, und erklären sie zur "Fundamentalistin der Aufklärung". Sie selbst verkörpern den Rassismus der Antirassisten.
Von Pascal Bruckner


Duits Engels

"Was sollte man einem Menschen antworten, der einem sagt, er gehorche lieber Gott als den Menschen, und der sich infolgedessen sicher ist, den Himmel zu verdienen, wenn er einen erdrosselt?" (Voltaire)

"Kolonialismus und Sklaverei haben im Westen ein Gefühl der Schuld hinterlassen, das dazu verführt, andere Kulturen einfach immer ganz wunderbar zu finden. Diese Haltung ist denkfaul, wenn nicht rassistisch." (Ayaan Hirsi Ali)

Es lässt sich nicht leugnen: Die Feinde der Freiheit kommen zuerst aus den freien Gesellschaften, aus einem Teil jener aufgeklärten Eliten, die der übrigen Menschheit - ja sogar den eigenen Mitbürgern - den Genuss demokratischer Rechte verwehren, falls diese das Pech haben, einer anderen Religion oder Ethnie anzugehören als sie selbst. Wer's nicht glauben will, der lese zwei kürzlich erschienene Texte : das Buch des niederländisch-britischen Autors Ian Buruma über den in Amsterdam verübten Mord an Theo van Gogh (1) und die von dem englischen Journalisten und Universitätsprofessor Timothy Garton Ash verfasste und in der New York Review of Books veröffentlichte Rezension desselben Buches (2).

Ian Burumas nach angelsächsischer Art geschriebene Reportage fasziniert insofern, als sie alle Protagonisten des Dramas, den Mörder wie sein Opfer scheinbar unparteiisch zu Wort kommen lässt. Allerdings kann er seinen Ärger über das Engagement Ayaan Hirsi Alis, einer niederländischen Abgeordneten somalischer Herkunft, nur schlecht verbergen. Ayaan Hirsi Ali war mit Theo van Gogh befreundet und steht selbst unter Morddrohung. Ihre Kritik am Koran bringt Buruma in Verlegenheit. Timothy Garton Ash argumentiert noch brutaler: Als Apostel des Multikulturalismus ist er der Meinung, Ayaan Hirsi Alis Haltung sei zugleich verantwortungslos und kontraproduktiv. Sein Urteil ist erbarmungslos: "Ayaan Hirsi Ali ist eine mutige, freimütige und leicht vereinfachende Fundamentalistin der Aufklärung." (3) Als Beweis dafür dient ihm, dass diese junge Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt, in ihrer Jugend der Muslimbruderschaft in Ägypten angehört und lediglich ein Credo durch ein anderes ersetzt habe: den Propheten-Fanatismus durch den Vernunfts-Fanatismus.

Diese Art der Gleichsetzung ist nicht neu: Die Katholische Kirche gebrauchte sie im gesamten 19. Jahrhundert, um Reformen zu blockieren. Im unlängst in Frankreich ausgebrochenen Kopftuchstreit wurde sie von den Gegnern des Gesetzes ins Feld geführt. Im Fall Ayaan Hirsi Alis, die selbst beschnitten wurde und zwangsverheiratet werden sollte, die aus Afrika floh, um in den Niederlanden Asyl zu finden, ist diese Anschuldigung von vornherein falsch: Im Unterschied zu Mohammed Bouyeri, dem Mörder Theo van Goghs, hat sie niemals Mord gepredigt, um ihre Ideen durchzusetzen. In ihrer Autobiografie schreibt sie: "Der Koran ist Menschenwerk, nicht Gotteswerk. Darum müssen wir uns frei fühlen, ihn zu interpretieren und der modernen Zeit anzupassen, anstatt uns schmerzhaft zu verrenken, um wie die ersten Gläubigen in einer fernen und fürchterlichen Vergangenheit zu leben." (4) Hier findet sich keine Spur von Sektierertum. Ihre einzigen Waffen sind die der Überzeugung, der Widerlegung, der Rede. Sie argumentiert mit Vernunft und nicht mit pathologischem Bekehrungseifer.

Die bloße Hoffnung, eines Tages die Tyrannei und den Aberglauben zu besiegen, kann doch wohl nicht als ungesunde Exaltiertheit gelten. Doch Ayaan Hirsi Ali wie auch andere aufbegehrende Musliminnen - Taslima Nasrin, Wafa Sultan (hier ihr unglaubliches Interview auf Al Dschasira), Irshad Manji, Seyran Ates, Necla Kelek - hat in den Augen unserer so wohlwollenden Professoren ein unverzeihliches Verbrechen begangen: Sie nimmt die demokratischen Prinzipien ernst. Wenn sich der Schwache gegen den Starken zur Wehr setzt, ist es bekanntlich bequemer, über ersteren herzufallen als über letzteren. Dem Widerständler wird von den Feiglingen gern vorgeworfen, er fordere den Zorn des Mächtigen heraus.

Nicht ohne Perfidie bestreitet Ian Buruma Ayaan Hirsi Ali das Recht, sich auf Voltaire zu berufen: Dieser habe einer der mächtigsten Institutionen seiner Zeit, der Katholischen Kirche, die Stirn geboten, während sie sich damit begnüge, "eine verletzliche Minderheit im Herzen Europas" anzugreifen (5). Dabei vergisst er, dass der Islam keine Grenzen kennt. Die muslimischen Gemeinschaften der Alten Welt haben mehr als eine Milliarde Glaubensanhänger unterschiedlicher Strömungen im Rücken. Sie können zur Vorhut einer fundamentalistischen Offensive oder gerade im Gegenteil zum Beispiel einer vernünftigeren Religiosität werden. Das ist wahrlich keine Lappalie, sondern eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts!

Nicht genug, dass Ayaan Hirsi Ali wie eine Einsiedlerin leben muss, umgeben von Leibwächtern, die sie davor bewahren, dass die Radikalen ihr Versprechen wahr machen und ihr den Hals durchschneiden. Sie muss auch noch - wie Robert Redeker, der französische Philosoph, den islamistische Webseiten mit dem Tod bedrohen - , den Spott der hehren Geister und Oberlehrer über sich ergehen lassen. In Holland hat man sie, sogar von links, als Nazi beschimpft! (6) Demnach wären die Verteidiger der Freiheit also Faschisten, während die Fanatiker als Opfer dastehen! Hier schnappt ein altbekannter Mechanismus ein: Wer sich gegen die Barbarei auflehnt, wird selbst beschuldigt, ein Barbar zu sein.

Das Gleichheitszeichen kommt jedoch in der Politik wie auch in der Philosophie immer einer Abdankung gleich. Wenn denken heißt, seine eigenen Worte abzuwägen, um die Welt treffend zu benennen, also zu vergleichen, dann zeugt die Gleichsetzung vom Scheitern des Denkens. "CRS-SS" zu schreien, wie man es im Mai 1968 tat, oder "Bush = Bin Laden" oder zu sagen, Voltaire sei dasselbe wie Savonarola, heißt, sich mit und zweifelhaften Parallelen zufriedenzugeben. Die Aufklärung wäre dann nur eine weitere Religion - so verrückt und unnachgiebig wie der Katholizismus der Inquisition oder der radikale Islam. Im Fahrwasser von Heidegger hat eine ganze Denkschule von Gadamer bis Derrida den Anspruch der Aufklärung angefochten, ein neues Zeitalter einer sich selbst bewussten Geschichte zu verkörpern. Im Gegenteil: Dieser philosophischen und literarischen Episode sollen alle Leiden unserer Zeit entsprungen sein: Kapitalismus, Kolonialismus,Totalitarismus. Die Kritik der Vorurteile soll nur ein weiteres Vorurteil sein, womit bewiesen wäre, dass die Menschheit unfähig ist zur Selbsterkenntnis. Dem Wahn einiger Literaten, die mit Gott und der Offenbarung tabula rasa machen wollten, sei es zu verdanken, dass Europa später in die Finsternis hinabgetaucht sei. Durch eine scheußliche Dialektik habe die Erweckung der Vernunft Ungeheuer hervorgebracht (Horkheimer, Adorno).

Dass es tatsächlich einen Fanatismus der Moderne gegeben hat, davon zeugt die gesamte Geschichte des 20. Jahrhunderts. Es ist auch unbestreitbar, dass der Fortschrittsglaube die Gestalt einer Religion samt ihren Hohepriestern - von Saint Simon bis Auguste Comte über Victor Hugo - angenommen hatte. Die abscheulichen weltlichen Religionen des Nationalsozialismus und des Kommunismus standen den schlimmsten Gottesstaaten, deren radikale Negation sie - zumindest im zweiten Fall - sein wollten, mit ihren todbringenden Ritualen und Massenmorden in nichts nach. Man hat im 20. Jahrhundert mehr gegen Gott getötet als in seinem Namen. Und doch wurden der Nationalsozialismus und nach ihm der Kommunismus von demokratischen Regierungen entthront, die ihre Inspiration aus der Aufklärung und der Philosophie der Menschenrechte bezogen und die auf Toleranz und Meinungsvielfalt beruhten. Die Romantik hat die Abstraktheit der Aufklärung, ihren Anspruch, einen neuen, von jeglichem religiösen Gefühl, von jeglichem Fleisch befreiten Menschen zu erschaffen, heilsam gemildert. Wir sind heute die Erben beider Bewegungen und wissen die Besonderheit einer nationalen, sprachlichen und kulturellen Verankerung mit der Universalität des Menschengeschlechts in Einklang zu bringen. Schon seit langem übt die Moderne Selbstkritik, stellt ihre eigenen Ideale unter Verdacht und verurteilt die Anbetung einer Vernunft, die blind für die eigene Maßlosigkeit ist. Kurz, bis zu einem gewissen Grad kennt sie ihre Grenzen.

Die Aufklärung hat sich als fähig erwiesen, auch ihre Irrtümer zu überdenken. Kritik an ihren zum Exzess getriebenen Begriffen ist ein weiterer Beweis der Treue zu ihr. Ja, sie ist so sehr Bestandteil unseres zeitgenössischen geistigen Werkzeugs, dass selbst die von Gott besessenen Eiferer sich auf sie berufen, um ihre Botschaften zu verkünden. Ob wir wollen oder nicht, wir sind die Kinder dieses kontroversen Jahrhunderts, wir sind gezwungen, unsere Väter in der Sprache zu verdammen, die sie an uns weitergegeben haben. Und weil die Aufklärung selbst ihre ärgsten Feinde besiegen konnte, besteht kein Zweifel, dass sie auch die islamistische Hydra niederringen wird. Vorausgesetzt sie glaubt an sich und ächtet nicht ausgerechnet die wenigen Reformer des Islam.

Wir besitzen heute zwei Vorstellungen von Freiheit: die eine stammt aus dem 18. Jahrhundert und beruht auf der Befreiung von Tradition und Autorität, die andere stammt aus der anti-imperialistischen Anthropologie und nimmt an, dass alle Kulturen die gleiche Würde besitzen und darum nicht nach unseren eigenen Kriterien beurteilt werden dürfen. Der Relativismus empfiehlt uns, unsere vorgeblichen Werte als die Glaubenssätze jenes Stammes anzusehen, der sich "der Westen" nennt. Auf diesen Auffassungen beruht der Multikulturalismus: Entstanden 1971 in Kanada, will er vor allem das friedliche Zusammenleben von Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher ethnischer oder rassischer Herkunft auf ein und demselben Territorium gewährleisten. Für den Multikulturalismus verfügt jede menschliche Gruppe über eine Einzigartigkeit und Legitimität, die ihr Existenzrecht begründen und ihr Verhältnis zu den anderen definieren. Die Kriterien von Recht und Unrecht, von Verbrechen und Barbarei treten zurück vor dem absoluten Kriterium des Respekts vor dem Anderen. Es gibt keine ewige Wahrheit mehr, der Glaube an sie entspringt einem naiven Ethnozentrismus.

Wer schüchtern daran erinnert, dass Freiheit unteilbar ist, dass ein Menschenleben überall denselben Wert besitzt, dass die Amputation der Hand eines Diebes oder die Steinigung einer ehebrüchigen Frau nirgendwo geduldet werden können, wird im Namen der notwendigen Gleichheit der Kulturen zurechtgewiesen. Wie die anderen leben und leiden, wenn man sie erst einmal in das Ghetto ihrer Eigentümlichkeit eingepfercht hat, darum soll man sich nicht scheren? Man tröstet sich über die Last ihres Schicksals, indem man ihre unantastbare Andersartigkeit hervorhebt. Nun ist es allerdings eine Sache, die Überzeugungen und Riten von Mitbürgern fremder Herkunft anzuerkennen, und eine ganz andere, inselartigen Gemeinschaften den Segen zu geben, die jede Kontamination durch das Fremde abwehren und Schutzwälle zwischen sich und der übrigen Gesellschaft errichten. Wie kann man eine Andersartigkeit akzeptieren, die die Menschen ausgrenzt, statt sie aufzunehmen? Hier stößt man auf das Paradoxon des Multikulturalismus: Er gewährt allen Gemeinschaften die gleiche Behandlung, nicht aber den Menschen, aus denen sie sich bilden, denn er verweigert ihnen die Freiheit, sich von ihren eigenen Traditionen loszusagen. Statt dessen: Anerkennung der Gruppe, Unterdrückung des Individuums. Bevorzugung der Tradition gegen den Willen all jener, die Bräuche und Familie hinter sich lassen, weil sie zum Beispiel die Liebe nach ihrer eigenen Vorstellung leben wollen.

Man vergisst, dass es einen regelrechten Despotismus von Minderheiten gibt, die sich gegen die Assimilation sträuben, solange diese nicht mit einem Status der Exterritorialität und mit Sonderrechten verknüpft ist. So macht man diese Minderheiten zu Nationen innerhalb der Nationen, die sich dann zum Beispiel zuerst als Muslime und dann erst als Engländer, Kanadier oder Holländer ansehen: Identität gewinnt die Oberhand über Staatsangehörigkeit. Schlimmer: Aus lauter Respekt vor Besonderheiten sperrt man die Individuen erneut in eine rassische oder ethnische Definition, stößt sie zurück in eine Abgrenzung, aus der man sie doch gerade herausholen wollte. Da haben wir den Schwarzen, den Araber, den Pakistani, den Muslim, Gefangene ihrer Geschichte auf Lebenszeit, in ihre Hautfarbe und ihren Glauben verbannt, ganz wie in der Kolonialzeit.

Man verweigert ihnen, was bisher unser Privileg gewesen ist: den Übergang von einer Welt in eine andere, von der Tradition zur Moderne, vom blinden Gehorsam zur Vernunftentscheidung. "Ich habe die Welt des Glaubens, der Beschneidung (7) und der Ehe für die der Vernunft und der sexuellen Befreiung verlassen. Ich habe diese Reise gemacht und jetzt weiß ich, dass eine dieser beiden Welten ganz einfach besser ist als die andere, nicht wegen ihrer hübschen blinkenden Dinge, sondern wegen ihrer Grundwerte", schreibt Ayaan Hirsi Ali in ihrer Autobiografie (8). Minderheitenschutz bedingt auch das Recht der Angehörigen dieser Minderheiten, sich ihnen ohne Risiko für die eigene Person zu entziehen - durch Gleichgültigkeit, Atheismus, Mischehe, durch das Vergessen von Klan- oder Familiensolidarität, oder durch das Schmieden eines eigenen Schicksals, das ihnen selbst gehört und nicht in der bloßen Wiederholung der elterlichen Muster besteht.

Mit Rücksicht auf die erlittenen Kränkungen erhebt man die ethnische, sexuelle, religiöse oder regionale Minderheit oft zu einer Art kleiner Nation, bei der auch der maßloseste Chauvinismus in aller Unschuld als Ausdruck einer legitimen Selbstliebe gehandelt wird. Statt die Freiheit als eine den Determinismus aufbrechende Kraft zu feiern, unterstützt man die Wiederholung von Vergangenheit und den Zwang, den die Gemeinschaft auf den Einzelnen ausübt. Randgruppen produzieren zuweilen eine Art von Gesinnungspolizei und fahnenschwenkendem Mikronationalismus, der in einigen Ländern Europas bedauerlicherweise auch noch staatlich gefördert wird. Die Erpressung zu ethnischer, religiöser oder rassischer Solidarität, die Verurteilung Abtrünniger als Verräter, "Türken vom Dienst" "Onkel Toms" und "Bountys" soll jedes Streben nach Autonomie brechen. Unter dem Anschein der Vielfalt schafft man ethnische oder religiöse Kerker, deren Insassen die Privilegien der Mehrheitsgesellschaft verwehrt bleiben.

Dass eine Ayaan Hirsi Ali mit den Sanktionen unserer Intellektuellen zu rechnen hat, ist also kaum überraschend. Nichts fehlt im Porträt, das Timothy Garton Ash von der jungen Frau entwirft, nicht einmal ein altbackener Machismo: Nur die Schönheit und der Glamour der niederländischen Abgeordneten erklären für Ash ihren Medienerfolg, nicht etwa die Triftigkeit ihrer Vorwürfe (9). Dass der integristische Theologe Tariq Ramadan, dem er flammende Loblieder singt, seinen Ruf auch seinem playboyhaften Aussehen verdanken könnte, fällt Ash nicht ein. Stimmt schon: Ayaan Hirsi Ali durchkreuzt die gängigen Stereotypen der political correctness: Als Somalierin verkündet sie die Überlegenheit Europas über Afrika, als Frau ist sie weder verheiratet noch Mutter, als Muslimin kritisiert sie offen die Rückständigkeit des Korans. Dass sie all diese Klischees mit Füßen tritt, macht sie zu einer echten Rebellin im Gegensatz zu den Talmirevolutionären, die unsere Gesellschaften wie am Fließband produzieren.

Was Ian Buruma und Timothy Garton Ash an ihr maßregeln, ist das Verrückte, Hochfahrende, Maßlose und Getriebene, ihr Enthusiasmus. Sie handeln dabei wie jene Inquisiteure, die in jeder etwas zu flamboyanten Frau die vom Satan bewohnte Hexe jagten. Bei der Lektüre ihrer durch und durch herablassenden Äußerungen versteht man, dass der Kampf gegen den muslimischen Fundamentalismus zuallererst auf symbolischer Ebene und zuallererst von Frauen gewonnen werden muss, weil sie der Dreh- und Angelpunkt der Familie und der sozialen Ordnung sind. Sie zu befreien, ihnen in allen Belangen die gleichen Rechte wie den Männern zu gewähren, ist die notwendige Bedingung für einen Fortschritt in den arabisch-muslimischen Gesellschaften. Übrigens: Jedesmal, wenn ein westlicher Staat Minderheitenrechte gesetzlich verankern wollte, waren es Angehörige dieser Minderheiten - meistens Frauen -, die Widerspruch einlegten. Die großzügige Bereitschaft zu einem Entgegenkommen - etwa die Bestrebungen im kanadischen Staat Ontario, Muslime zumindest in Erb- oder Familienstreitigkeiten nach der Scharia richten zu lassen, oder auch der Vorschlag der ehemaligen Bundesverfassungsrichterin und Sozialdemokratin Jutta Limbach, im deutschen Grundgesetz ein Minderheiten-Statut zu schaffen, das zum Beispiel die Befreiung muslimischer Mädchen vom Sportunterricht erlaubt - wird wie ein Rückschritt und eine erneute Einkapselung erlebt (10).

Die Mystik des Respekts vorm Anderen, wie sie sich im Westen entwickelt, ist äußerst dubios: Denn Respekt bedeutet etymologisch gesehen "aus der Ferne betrachten". Im 19. Jahrhundert empfand man die Eingeborenen als so fremd, dass es undenkbar war, ihnen das europäische Modell oder gar die französische Staatsbürgerschaft anzutragen. Damals wurde die Andersartigkeit als Minderwertigkeit gedacht, jetzt wird sie wie eine unüberwindbare Distanz erlebt. Auf die Spitze getrieben führt dieses Lob der Autarkie in sattsam bekannt Politikmodelle: Was war die südafrikanische Apartheid anderes als ein wörtlich genommener Respekt vor der Andersheit, bis hin zu dem Punkt, an dem der Andere so verschieden von mir ist, dass er nicht mehr das Recht hat, sich mir zu nähern?

So bremst man aus Sorge um das religiöse Gleichgewicht jede Reformregung innerhalb einer bestimmten Konfession, so sperrt man einen Teil dieser Bevölkerung - meistens die Frauen - in einen Minderheitenstatus. So erhält man auf subtile Weise unter dem Mäntelchen der Vielfalt die Segregation aufrecht. Womit bewiesen wäre, dass sich hinter dem Loblied auf die Schönheit aller Kulturen oft genug nur die sattsam bekannte Herablassung der einstigen Kolonialherren verbirgt. Manche sagen: Der Islam ist erst im 7. Jahrhundert entstanden, er hat einen unvermeidlichen Rückstand. Oder, wie Tariq Ramadan behauptet: Die Masse der Gläubigen ist noch nicht reif genug, eine Praxis wie die Steinigung aufzugeben (er selbst ruft zu einem Moratorium für diese Art von Bestrafung auf, nicht zu deren Abschaffung) (11). Doch diese Auffassung verkennt die "Ungeduld der Freiheit" (Michel Foucault), die muslimische Eliten beim Anblick jener laizistischen Nationen ergreift, die sich von den Fesseln des Dogmas und rückständigen Sitten befreit haben.

Die Aufklärung gehört dem Menschengeschlecht und nicht nur einigen Privilegierten aus Europa und Nordamerika - die sich überdies herausnehmen, sie wie verwöhnte Gören mit Füßen zu treten und anderen vorzuenthalten. Vielleicht ist der Multikulturalismus angelsächsischer Prägung nichts anderes als eine legale Apartheid, begleitet - wie so oft - vom rührseligen Gesäusel der Reichen, die den Armen erklären, dass Geld allein nicht glücklich macht. Wir tragen die Bürde der Freiheit, der Selbstverwirklichung, der Gleichberechtigung der Geschlechter, euch bleiben die Freuden des Archaischen, des Missbrauchs nach Vorvätersitte, der arrangierten Heiraten, Kopftücher und Vielehen. Angehörige dieser Minderheiten werden unter Denkmalschutz gestellt. Wir sperren sie in ein Reservat, um sie vor dem Fanatismus der Aufklärung und den Kalamitäten des Fortschritts zu bewahren: All jenen, die uns unter dem Sammelnamen Muslime bekannt sind (Maghrebiner, Pakistani, Afrikaner) soll es verboten sein, den Glauben abzulegen, oder nur ab und zu zu glauben, auf Gott zu pfeifen oder sich ein Leben fernab von Koran und Stammesriten aufzubauen.

Der Multikulturalismus ist ein Rassismus des Antirassismus. Er kettet die Menschen an ihre Wurzeln. Der Bürgermeister von Amsterdam, Job Cohen, einer der Stützpfeiler des niederländischen Staates, fordert beispielsweise, man solle "einige muslimisch-orthodoxe Gruppierungen, die bewusst die Frau diskriminieren", akzeptieren, weil wir einen "neuen Klebstoff brauchen, um die Gesellschaft zusammenzuhalten". Im Namen des gesellschaftlichen Zusammenhalts lädt man uns ein, jubelnd die Intoleranz zu beklatschen, mit der diese Gruppen unseren Gesetzen begegnen. Man preist folglich die Koexistenz kleiner, abgeschotteter Gesellschaftsgruppen, die jede für sich eine andere Norm befolgen. Wenn man das gemeinsame Kriterium für die Unterscheidung von Recht und Unrecht aufgibt, wird jede Vorstellung von einer nationalen Gemeinschaft untergraben. Ein französischer, britischer, holländischer Staatsbürger unterliegt zum Beispiel der strafrechtlichen Verfolgung, wenn er seine Ehefrau schlägt. Soll seine Tat ungeahndet bleiben, falls sich herausstellt, dass er Sunnit oder Schiit ist? Soll ihm sein Glaube das Recht verleihen, die gemeinschaftlichen Regeln zu brechen? Mit anderen Worten: Man verherrlicht beim Anderen, was man bei sich selbst immer gegeißelt hat: die Abschottung, den kulturellen Narzissmus, den eingefleischten Ethnozentrismus!

In dieser Toleranz liegt Verachtung, denn sie unterstellt, dass einige Gemeinschaften unfähig seien zur Moderne. Und was, wenn das Aufbegehren der britischen Muslime sich nicht nur der rückschrittlichen Sittenstrenge ihrer Anführer verdankt, sondern auch der dunklen Ahnung, dass die staatlichen Aufmerksamkeiten, die ihnen zuteil werden, nichts weiter sind als eine subtile Herablassung, die ihnen bedeuten soll, dass sie allzu zurückgeblieben sind für die moderne Ziviliation? Einige italienische Gemeinden wollen bekanntlich Strände für muslimische Frauen einrichten, damit sie baden können und dabei vor den Blicken der Männer geschützt sind. Schon in zwei Jahren könnte das erste "islamische Krankenhaus", das in allen Punkten den Vorschriften des Korans folgt, in Rotterdam gebaut werden. Man fühlt sich zurückversetzt in die amerikanischen Südstaaten zur Zeit der Rassentrennung - doch diese Rassentrennung wird vom Who's Who der fortschrittlichen Kräfte in Europa nach Kräften unterstützt!

Es gilt einen doppelten Kampf zu führen: Die Minderheiten müssen vor Diskriminierungen geschützt werden (zum Beispiel durch Vermittlung regionaler Sprachen und Kulturen oder durch die Anpassung des Schulkalenders an ihre religiösen Feste), die einzelne Person jedoch muss vor Einschüchterungsversuchen ihrer community geschützt werden.

Und noch ein letztes Argument gegen den Multikulturalismus angelsächsischer Prägung: Er funktioniert nicht. Die Regierungen haben es selbst zugegeben. Nicht genug damit, dass Großbritannien dem Dschihad jahrelang als Asylland gedient hat, mit den bekannten dramatischen Folgen. Nun muss Großbritannien auch noch eingestehen, dass sein auf Kommunitarismus und Separatismus gegründetes Sozialmodell versagt hat. Wie hat man nicht über den französischen Autoritarismus gespottet, als die Assemblee nationale den Frauen und jungen Mädchen das Tragen des Kopftuchs in Schulen und öffentlichen Gebäuden per Gesetz untersagte. Die Frankophobie Timothy Garton Ashs, der seinen Artikel in der New York Review of Books im Departement Seine Saint-Denis beginnen lässt, ist eines Neocons aus Washington würdig! Aber wie lässt sich dann erklären, dass politische Verantwortliche in Großbritannien, Holland und Deutschland unter dem Schock der immer weiteren Verbreitung von Burka und Hidschab ihrerseits erwägen, Gesetze dagegen zu erlassen? (12).

Die Fakten sind grausam. Sie widersprechen den Abwieglern, die Europa dem Islam anpassen wollen statt umgekehrt. Je mehr man vor dem Radikalismus der Bärtigen zurückweicht, desto schärfer wird ihr Ton. Entspannungspolitik macht sie nur hungriger. Die Hoffnung, dass Wohlwollen die Rohlinge entwaffnen wird, entbehrt jeder Grundlage. Auch wir in Frankreich haben unsere Kollaborateure des Dschihadismus, bei den Linksradikalen wie auch bei den Rechten: anlässlich des Karikaturenstreits schlugen Abgeordnete der UMP einen Blasphemie-Paragrafen vor, der uns glatt ins Ancien Regime zurückversetzt hätte.

Das moderne Frankreich hat sich im Kampf gegen die Hegemonialmacht der Katholischen Kirche herausgebildet, es wird sich zweihundert Jahre nach der Revolution nicht unter das Joch eines neuen Fanatismus begeben. Deshalb sind Bestrebungen eines islamischen Revanchismus insbesondere wahhabitischer Saudis, Muslimbruderschaften, Salafisten und von Al Qaida, die auf Europas Gesellschaften zugreifen und Andalusien zurückerobern wollen, als Kolonialismus zu bekämpfen. (13). Wie sind Europa und Frankreich laizistisch geworden? Durch den unablässigen Kampf gegen die Kirche und ihren Anspruch, über die Geister zu herrschen, die Widerspenstigen zu bestrafen, Reformen zu blockieren, die Einzelnen, vor allem die ärmsten, im Schwitzkasten der Resignation und der Angst gefangen zu halten. Es war ein unerhört gewaltsames Ringen auf beiden Seiten, mitunter schrecklich und niederträchtig, doch es hatte einen unbestreitbaren Fortschritt zur Folge und erlaubte uns, 1905 das Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat zu verabschieden.

Das französische Modell (das später von Mustafa Kemals Türkei nachgeahmt wurde) verdankt sich einem glücklichen Sieg über Obskurantimus und Bartholomäusnächte. Darin besteht seine Überlegenheit. Warum sollten wir dem Islam durchgehen lassen, was wir von Seiten der Kirche nicht mehr dulden? Der Laizismus, dessen Prinzipien übrigens in den Evangelien niedergelegt sind, beruht auf einer Handvoll einfacher Prinzipien: Religionsfreiheit, friedliches Nebeneinander der Religionen, Neutralität des öffentlichen Raumes, Einhalten des Gesellschaftsvertrages und schließlich auf der von allen gebilligten Gewissheit, dass die göttlichen Gesetze nicht über den staatlichen Gesetzen stehen, sondern anderswo wirken, in den Herzen der Gläubigen, in einem Raum privater Andacht.

Frankreich, so die deutsche Philosophin Hanna Arendt, hat seine Kolonisierten gleichermaßen als Brüder und Untertanen behandelt. Die Zeit der Kolonien ist glücklicherweise vorbei. Doch die auf dem Ideal der Gleichheit beruhende republikanische Assimilation setzt voraus, dass allen Menschen, unabhängig von Rasse, Geschlecht und Glauben, die gleichen Rechte zustehen. Dieses Ideal ist bei weitem noch nicht umgesetzt. Es steckt sogar in einer Krise, wie die Unruhen in den Banlieus im November 2005 gezeigt haben. Und doch scheint es mir ein besseres Modell zu sein als die Anbetung der Vielfalt. Gegen das Recht auf Vielfalt muss man unablässig das Recht auf Ähnlichkeit bekräftigen: Was uns verbindet, ist stärker als das, was uns trennt.

Die Standpunkte von Ian Buruma und Timothy Garton Ash liegen auf einer Linie mit jenen der amerikanischen und britischen Regierungen (selbst wenn sie in politischer Hinsicht mit ihnen uneins sind): Die Niederlage George W. Bushs und Tony Blairs in ihrem Krieg gegen den Terror ist auch darauf zurückzuführen, dass sie dem militärischen Kampf den Vorrang vor einem Kampf der Ideen gegeben haben. Die unverbesserliche Frömmelei dieser beiden Regierungsführer, ihre Mischung aus strategischer Protzerei und Blauäugigkeit hat sie daran gehindert, den Kampf da auszutragen, wo es nötig gewesen wäre: auf dem Terrain des Dogmas, der Interpretation der Schriften, einer neuen umfassenden Lektüre der religiösen Texte. (14) Gestern noch verband sich der Kalte Krieg mit einem globalen Kampf gegen den Kommunismus, in dem das Aufeinanderprallen von Überzeugungen und der kulturelle Kampf, der über Kino, Musik und Literatur ausgetragen wurde, eine wichtige Rolle spielte. Heute beobachten wir nicht ohne Sorge, wie die britische Regierung im Kreis ihrer muslimischen "Berater" mit dem Motto kokettiert: Lieber Fundamentalismus als Terrorismus. Dabei sieht sie nicht, dass der eine der Zwillingsbruder des anderen ist, und dass der fundamentalistische Würgegriff Europas Muslime für immer einer möglichen Reform entfremden wird.

Darum ist das Engagement für einen aufgeklärten europäischen Islam von entscheidender Bedeutung: Europa kann ein leuchtendes Beispiel für eine Reform dieses Monotheismus werden, von dem man sich erhofft, dass er eines Tages für die Selbstkritik und die Gewissensprüfung gewonnen werden kann, so wie es das Zweite Vatikanische Konzil im Fall der Katholiken bewirkt hat. Allerdings sollte man sich nicht im Gesprächspartner irren und jene Fundamentalisten als Freunde der Toleranz hinstellen, die nicht mit offenen Karten spielen und sich der Linken und der Intelligentsia bedienen, um ihre Konfession vor der Bewährungsprobe des Laizismus zu bewahren (15).

Die Zeit ist reif für eine große Solidaritätsbewegung zugunsten aller Rebellen in der islamischen Welt, der Ungläubigen, der atheistischen Libertins, der Schismatiker, der Freiheitswächter, so wie wir einst die Dissidenten Osteuropas unterstützt haben. Europa sollte diesen abweichenden Stimmen Mut machen, ihnen finanzielle, moralische und politische Unterstützung zukommen lassen, ihnen eine Patenschaft anbieten, sie einladen und beschützen. Es gibt heute keine heiligere, ernsthaftere und für die Eintracht zukünftiger Generationen entscheidendere Aufgabe. Doch unser Kontinent geht mit selbstmörderischer Unwissenheit vor den Gottesverrückten in die Knie und knebelt oder verleumdet die freien Denker. Selig die Skeptiker, die Ungläubigen, die die tödliche Glut des Glaubens erkalten lassen!

Ist es nicht seltsam? 62 Jahre nach dem Ende des Dritten Reichs und 16 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer hat ein wichtiger Teil der europäischen Intellektuellen nichts besseres zu tun, als die Freunde der Demokratie anzuschwärzen. Sie wollen, dass wir nachgeben, zurückweichen, sie propagieren eine Aufklärung light. Dabei sind wir noch weit entfernt von den ungleich dramatischeren Umständen der dreißiger Jahre, als sich die besten Köpfe im Namen von Rasse, Klasse oder Revolution Berlin oder Moskau in die Arme warfen. Die heutige Gefahr ist diffuser, zersplitterter. Da gibt es nichts, was der übermächtigen Gefahr des Dritten Reiches ähnlich wäre. Selbst das Regime der Mullahs in Teheran ist ein Papiertiger, den ein Mindestmaß an Härte in die Knie zwingen würde. Und doch wimmelt es nur so von Priestern der Erschlaffung. Kant definierte die Aufklärung durch eine Devise: "Sapere aude! - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Eine Kultur des Muts - vielleicht ist es das, was unseren Seelsorgern fehlt. Sie sind die Symptome eines müden und von Selbstzweifeln geplagten Europas, das beim leisesten Alarm in Deckung geht. Hinter ihrer klebrigen Gutmenschenrhetorik spielt eine andere Musik: die der Kapitulation!


Aus dem Französischen von Barbara Jantzen.


Pascal Bruckner, Jahrgang 1948, ist Romancier und Essayist. Er studierte unter anderem an der Sorbonne und der Ecole pratique des hautes etudes. Sein Doktorvater war Roland Barthes. Als Essayist gehört er zum Umkreis der "nouveaux philosophes". Eines seiner bekanntesten Bücher sind die "Tränen des weißen Mannes" (Le Sanglot de l'homme blanc) von 1983, das "Tiermondisme", einen Schuldkomplex der westlichen Welt gegenüber der "Dritten Welt" thematisiert. Sein Roman "Lunes de fiel" wurde von Roman Polanski verfilmt. Zuletzt erschien der Essay "La tyrannie de la penitence : Essai sur le masochisme occidental".


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(1) Ian Buruma: "Murder in Amsterdam: The Death of Theo Van Gogh and the Limits of Tolerance", New York (Penguin Press) 2006
(2) "Islam in Europe" in: New York Review of Books, 5. Oktober 2006
(3) "Ayaan Hirsi Ali is now a brave, outspoken, slightly simplistic Enlightenment fundamentalist." Auch Buruma spricht von "Enlightenment fundamentalists", s. Seite 27 seines Buchs.
(4) Ayaan Hirsi Ali: "Mein Leben, meine Freiheit", München (Piper) 2006
(5) Buruma, ebd., s. 179.
(6) Laut Ian Buruma vergleicht der bekannte holländische Autor Geert Mak Ayaan Hirsi Alis Film "Submission" mit dem antisemitischen Propagadafilm der Nazis "Jud Süß" ("Murder in Amsterdam", Seite 240)
(7) Zur Information: 30.000 Frauen afrikanischer Herkunft wurden in Frankreich beschnitten und 30.000 junge Mädchen sind in den kommenden Jahren davon bedroht. Frankreich war lange Zeit das einzige Land, das die Beschneiderinnen strafrechtlich verfolgte. Das Gesetz vom 4. April 2006 hat die Maßnahmen weiter verschärft. Seit Oktober 2004 wird die chirurgische Wiederherstellung der Klitoris von den Krankenkassen übernommen.
(8) Ayaan Hirsi Ali, "Mein Leben..."
(9) Timothy Garton Ash, im bereits zitierten Artikel: "Ayaan Hirsi Ali ist für Journalisten einfach unwiderstehlich: eine große, auffallend schöne, exotische, mutige und freimütige Frau mit einer bemerkenswerten Lebensgeschichte, die in ständiger Bedrohung lebt und Gefahr läuft, wie auch van Gogh, ermordet zu werden. (...) Es ist gegenüber Frau Ali sicher nicht respektlos anzudeuten, dass ihre Geschichte und ihre Ansichten kein so großes Interesse hervorgerufen hätten, wäre sie klein, buckelig und schielend gewesen."
(10) Jutta Limbach: "Making multiculturalism work", in: signandsight.com
(11) Er hat diese Ansicht erneut vertreten, während dem auf einem französischen Sender ausgestrahlten Fernsehduell mit Nicolas Sarkozy vom 20. November 2003. Sein Bruder Hani Ramadan, der ebenfalls Schweizer Staatsbürger ist, findet diese Art der Bestrafung gerechtfertigt.
(12) Verschiedenen Umfragen zufolge fühlen sich 87 Prozent der britischen Muslimen vor allem als Muslime; in Frankreich sind es 46 Prozent. Die Mehrheit der Muslime sind also dem republikanischen Ideal verhaftet und stellen ihre religiösen Prinzipien hinter der Treue zur französischen Nation zurück.
(13) Hier zur Erinnerung Al Qaidas Verlautbarung vom 18. September 2001: "Wir werden das Kreuz zerschlagen. Ihr werdet nur zwischen dem Islam und dem Schwert wählen können." Und im September 2006, nach der Regensburger Rede des Papstes Benedikt XVI. über Gewalt und Religion, schwenkten Demonstranten in Jerusalem und Nablus Spruchbänder mit der Aufschrift: "Rom zu erobern, ist die Lösung". Scheich Yusuf al-Qaradawi, geistiger Führer der Muslimischen Bruderschaft und Mentor von Tarik Ramadan, der auf Al-Dschasira sein Unwesen treibt, hat in einer seiner berühmtesten Predigten erklärt, er sei sich sicher, dass "der Islam als siegreicher Eroberer nach Europa zurückkehren werde, nachdem er zweimal von dort vertrieben wurde. Dieses Mal wird die Eroberung nicht durch das Schwert erfolgen, sondern durch Predigt und Ideologie." Nebenbei gibt al-Qaradawi grünes Licht für Selbstmordattentate.
(14) 2004 hat Tony Blair zur Weihnachtszeit zwei Arten von Grußkarten drucken lassen, von denen die eine Nichtchristen bestimmt war und Christi Geburt in keiner Weise erwähnte. Welch ein Paternalismus steckt hinter dieser schrecklich gutmeinenden Geste!
(15) Über Tarik Ramadans Doppelzüngigkeit und seinen tiefsitzenden Antisemitismus: Für den schlechten Ruf seines Großvaters Hassan al-Banna, Gründer der Muslimischen Bruderschaft in Ägypten, macht er die Machenschaften der zutiefst reaktionären "zionistischen Lobby" verantwortlich. Sehr zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang das sehr gut recherchierte und überzeugende Buch von Caroline Fourest, "Frere Tariq" (Paris, Grasset, 2004). Die Autorin wurde nach der Veröffentlichung ihres Buches physisch bedroht, auf der Webseite der Freunde Ramadans, Ouma.com, einer Hetzjagd ausgesetzt und musste einige Zeit lang unter Polizeischutz gestellt werden.

"What to say to a man who tells you he prefers to obey God than to obey men, and who is consequently sure of entering the gates of Heaven by slitting your throat?" - Voltaire

"Colonisation and slavery have created a sentiment of culpability in the West that leads people to adulate foreign traditions. This is a lazy, even racist attitude." – Ayaan Hirsi Ali

There's no denying that the enemies of freedom come from free societies, from a slice of the enlightened elite who deny the benefits of democratic rights to the rest of humanity, and more specifically to their compatriots, if they're unfortunate enough to belong to another religion or ethnic group. To be convinced of this one need only glance through two recent texts: "Murder in Amsterdam" by the British-Dutch author Ian Buruma on the murder of Theo Van Gogh (1) and the review of this book by English journalist and academic Timothy Garton Ash in the New York Review of Books (2). Buruma's reportage, executed in the Anglo-Saxon style, is fascinating in that it gives voice to all of the protagonists of the drama, the murderer as well as his victim, with apparent impartiality. The author, nevertheless, cannot hide his annoyance at the former Dutch member of parliament of Somali origin, Ayaan Hirsi Ali, a friend of Van Gogh's and also the subject of death threats. Buruma is embarrassed by her critique of the Koran.

Garton Ash is even harder on her. For him, the apostle of multiculturalism, Hirsi Ali's attitude is both irresponsible and counter-productive. His verdict is implacable: "Ayaan Hirsi Ali is now a brave, outspoken, slightly simplistic Enlightenment fundamentalist." (3). He backs up his argument with the fact that this outspoken young woman belonged in her youth to the Muslim Brotherhood in Egypt. For Garton Ash, she has merely exchanged one credo for another, fanaticism for the prophet for that of reason.

This argument of equivalence is not new. It was used throughout the 19th century by the Catholic Church to block reforms, and more recently in France at the time of the "Islamic Headscarf Affair" by those opposed to the law. In the case of Hirsi Ali, herself subject to female circumcision and forced marriage, who escaped Africa to the Netherlands, the accusation is simply false. The difference between her and Muhammad Bouyeri, the killer of Theo Van Gogh, is that she never advocated murder to further her ideas.

"The Koran is the work of man and not of God," she writes. "Consequently we should feel free to interpret and adapt it to modern times, rather than bending over backwards to live as the first believers did in a distant, terrible time." (4) One searches this sentence in vain for the least hint of sectarianism. Hirsi Ali's sole weapons are persuasion, refutation and discourse. Far from the pathology of proselytism, she never transgresses the domain of reason. Her hope of pushing back tyranny and superstition does not seem to result from unsound or unhealthy exaltation. But in the eyes of our genteel professors, Ayaan Hirsi Ali, like the dissenting Muslims Taslima Nasreen, Wafa Sultan, (see her interview on al Jazeera), Irshad Manji, Seyran Ates and Necla Kelek, has committed an unpardonable offence: she has taken democratic principles seriously.

It is well known that in the struggle of the weak against the strong, it is easier to attack the former. Those who resist will always be accused by the cowardly of exciting the hatred of the powerful.

Not without perfidy, Ian Buruma denies Ayaan Hirsi Ali the right to refer to Voltaire. Voltaire, he writes, confronted one of the most powerful institutions of his time, the Catholic Church, while Hirsi Ali contents herself with offending "a vulnerable minority in the heart of Europe." (5) However, this statement disregards the fact that Islam has no borders: the Muslim communities of the Old World are backed up by a billion faithful. Crisscrossed by diverse currents, they can either become the advance wing of a fundamentalist offensive or exemplify a type of religiosity more in harmony with reason. Far from being a negligible affair, this is one of the major challenges of the 21st century!

It's not enough that Ayaan Hirsi Ali has to live like a recluse, threatened with having her throat slit by radicals and surrounded by bodyguards. She - like the French philosophy professor Robert Redeker who has also been issued death threats on Islamicist websites - has to endure the ridicule of the high-minded idealists and armchair philosophers. She has even been called a Nazi in the Netherlands. (6) Thus the defenders of liberty are styled as fascists, while the fanatics are portrayed as victims!

This vicious mechanism is well known. Those who revolt against barbarism are themselves accused of being barbarians. In politics as in philosophy, the equals sign is always an abdication. If thinking involves weighing one's words to name the world well, drawing comparisons in other words, then levelling distinctions testifies to intellectual bankruptcy. Shouting CRS = SS as in May '68, making Bush = Bin Laden or equating Voltaire to Savonarola is giving cheap satisfaction to questionable approximations. Similarly, the Enlightenment is often depicted as nothing but another religion, as mad and intransigent as the Catholicism of the Inquisition or radical Islam. After Heidegger, a whole run of thinkers from Gadamer to Derrida have contested the claims of the Enlightenment to embody a new age of self-conscious history. On the contrary, they say, all the evils of our epoch were spawned by this philosophical and literary episode: capitalism, colonialism, totalitarianism. For them, criticism of prejudices is nothing but a prejudice itself, proving that humanity is incapable of self-reflection. For them, the chimeras of certain men of letters who were keen to make a clean slate of God and revelation, were responsible for plunging Europe into darkness. In an abominable dialectic, the dawn of reason gave birth to nothing but monsters (Horkheimer, Adorno).

The entire history of the 20th century attests to the fanaticism of modernity. And it's incontestable that the belief in progress has taken on the aspect of a faith, with its high priests from Saint Simon to August Comte, not forgetting Victor Hugo. The hideous secular religions of Nazism and communism, with their deadly rituals and mass massacres, were just as gruesome as the worst theocracies - of which they, at least as far as communism goes, considered themselves the radical negation. More people were killed in opposition to God in the 20th century than in the name of God. No matter that first Nazism and then communism were defeated by democratic regimes inspired by the Enlightenment, human rights, tolerance and pluralism. Luckily, Romanticism mitigated the abstraction of the Enlightenment and its claims to having created a new man, freed from religious sentiment and things of the flesh.

Today we are heirs to both movements, and understand how to reconcile the particularity of national, linguistic and cultural ties with the universality of the human race. Modernity has been self-critical and suspicious of its own ideals for a long time now, denouncing the sacralisation of an insane reason that was blind to its own zeal. In a word, it acquired a certain wisdom and an understanding of its limits. The Enlightenment, in turn, showed itself capable of reviewing its mistakes. Denouncing the excesses of the Enlightenment in the concepts that it forged means being true to its spirit. These concepts are part and parcel of the contemporary make up, to the point that even religious fanatics make use of them to promote their cause. Whether we like it or not, we are the sons of this controversial century, compelled to damn our fathers in the language they bequeathed to us. And since the Enlightenment triumphed even over its worst enemies, there is no doubt that it will also strike down the Islamist hydra, provided it believes in itself and abstains from condemning the rare reformers of Islam to the darkness of reprobation.

Today we combine two concepts of liberty: one has its origins in the 18th century, founded on emancipation from tradition and authority. The other, originating in anti-imperialist anthropology, is based on the equal dignity of cultures which could not be evaluated merely on the basis of our criteria. Relativism demands that we see our values simply as the beliefs of the particular tribe we call the West. Multiculturalism is the result of this process. Born in Canada in 1971, it's principle aim is to assure the peaceful cohabitation of populations of different ethnic or racial origins on the same territory. In multiculturalism, every human group has a singularity and legitimacy that form the basis of its right to exist, conditioning its interaction with others. The criteria of just and unjust, criminal and barbarian, disappear before the absolute criterion of respect for difference. There is no longer any eternal truth: the belief in this stems from naïve ethnocentrism.

Anyone with a mind to contend timidly that liberty is indivisible, that the life of a human being has the same value everywhere, that amputating a thief's hand or stoning an adulteress is intolerable everywhere, is duly arraigned in the name of the necessary equality of cultures. As a result, we can turn a blind eye to how others live and suffer once they've been parked in the ghetto of their particularity. Enthusing about their inviolable differentness alleviates us from having to worry about their condition. However it is one thing to recognise the convictions and rites of fellow citizens of different origins, and another to give one's blessing to hostile insular communities that throw up ramparts between themselves and the rest of society. How can we bless this difference if it excludes humanity instead of welcoming it? This is the paradox of multiculturalism: it accords the same treatment to all communities, but not to the people who form them, denying them the freedom to liberate themselves from their own traditions. Instead: recognition of the group, oppression of the individual. The past is valued over the wills of those who wish to leave custom and the family behind and - for example - love in the manner they see fit.

One tends to forget the outright despotism of minorities who are resistant to assimilation if it isn't accompanied by a status of extraterritoriality and special dispensations. The result is that nations are created within nations, which, for example, feel Muslim before they feel English, Canadian or Dutch. Here identity wins out over nationality. Worse yet: under the guise of respecting specificity, individuals are imprisoned in an ethnic or racial definition, and plunged back into the restrictive mould from which they were supposedly in the process of being freed. Black people, Arabs, Pakistanis and Muslims are imprisoned in their history and assigned, as in the colonial era, to residence in their epidermis, their beliefs.

Thus they are refused what has always been our privilege: passing from one world to another, from tradition to modernity, from blind obedience to rational decision making. "I left the world of faith, of genital cutting (7) and marriage for the world of reason and sexual emancipation. After making this voyage I know that one of these two worlds is simply better than the other. Not for its gaudy gadgetry, but for its fundamental values", Ayaan Hirsi Ali wrote in her autobiography (8). The protection of minorities also implies the right of individual members to extract themselves with impunity, through indifference, atheism and mixed marriage, to forget clan and family solidarities and to forge their own destinies, without having to reproduce the pattern bequeathed to them by their parents.

Out of consideration for all the abuses they may have suffered, ethnic, sexual, religious and regional minorities are often set up as small nations, in which the most outrageous chauvinism is passed off as nothing more than the expression of legitimate self-esteem. Instead of celebrating freedom as the power to escape determinism, the repetition of the past is being encouraged, reinforcing the power of collective coercion over private individuals. Marginal groups now form a sort of ethos-police, a flag-waving micro-nationalism which certain countries of Europe unfortunately see fit to publicly support. Under the guise of celebrating diversity, veritable ethnic or confessional prisons are established, where one group of citizens is denied the advantages accorded to others.

So it comes as no surprise that Ayaan Hirsi Ali is sanctioned by our intellectuals. Nothing is missing from the portrait of the young woman painted by Timothy Garton Ash, not even an outmoded machismo. In his eyes, only the beauty and glamour of the Dutch parliamentarian can explain her media success; not the accuracy of what she says. (9) Garton Ash does not ask whether the fundamentalist theologian Tariq Ramadan, to whom he sings enflamed panegyrics, also owes his fame to his Playboy looks. Ayaan Hirsi Ali, it is true, does elude current stereotypes of political correctness. As a Somali, she proclaims the superiority of Europe over Africa. As a woman, she is neither wife nor mother. As a Muslim, she openly denounces the backwardness of the Koran. So many flouted cliches make her a true rebel, unlike the sham insurgents our societies produce by the dozen.

It is her wilful, short-fused, enthusiastic, impervious side to which Ian Buruma and Timothy Garton Ash object, in the spirit of the inquisitors who saw devil-possessed witches in every woman too flamboyant for their tastes. Reading their utterly condescending words, it becomes clear that the war against Muslim fundamentalism will have to be won first on a symbolic level, and by women. Because they represent the pivot of the family and social order. Liberating them, guaranteeing them equal rights in all fields, is the first condition of progress in Arab Muslim societies. Incidentally, each time a Western country has wanted to codify minority rights, it is the members of these minorities, mostly women, who have risen up in protest. The generous desire to be accomodating - like that of the Canadian province of Ontario which sought to judge Muslims according to the Sharia, at least for litigations of succession and family - or the proposition of a former German constitutional judge, Jutta Limbach, to create a minority status in the German Basic Law excusing Muslim girls from gym class, is experienced as a regression, a new imprisonment (10).

The mystique of respect for others which is developing in the West is highly dubious. Because etymologically, respect means looking on from a distance. Remember that in the 19th century native peoples were seen as so different from us that it was unthinkable that they should adopt the European model, or even French citizenship. Once considered inferiority, the difference is now experienced as an impassable distance. Pushed to the extreme, this eulogy of autarky is at the base of ill-starred political measures. What was apartheid in South Africa if not the respect of singularity pushed to the point that the other no longer has the right to approach me?

So the search for religious equilibrium may frustrate the desire for change in a confession, maintaining the minority status of part of the population, in general women, and condoning a subtle segregation camouflaged as diversity. Unabashed praise for the beauty of all the cultures may hide the same twisted paternalism as that of the colonialists of yesteryear. One may counter that since Islam appeared in the 7th century, it will inevitably be somewhat behind or, as Tariq Ramadan maintains, the faithful masses have not matured to the point where they can abandon practices such as stoning (he himself calls for a moratorium on stoning, not a full stop) (11). This flies in the face of "the impatience for liberty" (Michel Foucault) which seizes Muslim elites when faced with the spectacle of laicist nations, freed from the fetters of restrictive dogma and retrograde morals.

The Enlightenment belongs to the entire human race, not just to a few privileged individuals in Europe or North America who have taken it upon themselves to kick it to bits like spoiled brats, to prevent others from having a go. Anglo-Saxon multiculturalism is perhaps nothing other than a legal apartheid, accompanied - as is so often the case - by the saccarine cajolery of the rich who explain to the poor that money doesn't guarantee happiness. We bear the burdens of liberty, of self-invention, of sexual equality; you have the joys of archaism, of abuse as ancestral custom, of sacred prescriptions, forced marriage, the headscarf and polygamy. The members of these minorities are put under a preservation order, protected from the fanaticism of the Enlightenment and the "calamities" of progress. Those termed "Muslims" (North Africans, Pakistanis, Africans) are prohibited from not believing, or from believing periodically, from not giving a damn about God, from creating a life for themselves far away from the Koran and the rites of the tribe.

Multiculturalism is a racism of the anti-racists: it chains people to their roots. Thus Job Cohen, mayor of Amsterdam and one of the mainstays of the Dutch state, demands that one accept "the conscious discrimination of women by certain groups of orthodox Muslims" on the basis that we need a "new glue" to "hold society together." In the name of social cohesion, we are invited to give our roaring applause for the intolerance that these groups show for our laws. The coexistence of hermetic little societies is cherished, each of which follows a different norm. If we abandon a collective criterion for discriminating between just and unjust, we sabotage the very idea of national community. A French, British or Dutch citizen will be prosecuted for beating his wife, for example. But should the crime go unpunished if it turns out that the perpetrator is a Sunni or Shiite? Should his faith give him the right to transgress the law of the land? This is the glorification in others of what we have always beaten ourselves up about: outrageous protectionism, cultural narcissism and inveterate ethnocentrism!

This tolerance harbours contempt, because it assumes that certain communities are incapable of modernising. Could it be that the dissidence of British Muslims is not only a function of the retrograde rigorism of their leaders, but also stems from a vague suspicion that all the consideration show to them by the state is little more than a subtle form of disdain, basically telling them that they are just too backward for modern civilisation ? Several communes in Italy are planning to reserve certain beaches for Muslim women, so they may bathe unexposed to male eyes. And within a few years the first "Islamic hospital," complying in all points with the prescriptions of the Koran, may open in Rotterdam. Anyone would think we are reliving the days of segregation in the southern United States. Yet this segregation has the full backing of Europe's most prominent progressives! Theirs is a fight on two fronts: minorities must be protected from discrimination (for example by encouraging the teaching of regional languages and cultures and adapting the school calendar to religious holidays); and private individuals must be protected from intimidation by the community in which they live.

Finally, one last argument militates against Anglo-Saxon multiculturalism: on the government's own avowal it doesn't work. Not content to have serves as an asylum for Jihad for years on end, with the dramatic consequences known to all, the United Kingdom must admit today that its social model based on communitarianism and separatism doesn't work. Many people scoffed at French authoritarianism when parliament voted to foribid women and young girls from wearing headscarves in school and in government offices (news story). Timothy Garton Ash for his part, who starts his review in Seine Saint-Denis, demonstrates a Francophobia worthy of Washington's Neocons.

Yet now political leaders in Great Britain, the Netherlands and Germany, shocked by the spread of hijab and burqa, are considering passing laws against them (12). The facts speak against the appeasers, who enjoin Europe to fit in with Islam rather than vice versa. For the more we give in to the radicalism of the bearded, the more they will harden their tone. Appeasement politics only increase their appetite. The hope that benevolence alone will disarm the brutes remains for the moment unfounded. We in France also have our Jihad collaborators, on the extreme left as on the right: at the time of the Muhammad cartoon affair last year, deputies of the UMP proposed to institute blasphemy laws that would have taken us back to the Ancien Regime.

But modern France was forged in the struggle against the hegemony of the Catholic Church. And two centuries after the Revolution it will not support the yoke of a new fanaticism. That is why attempts by revanchist Islamic tendencies such as the Saudi Wahabites, the Muslim Brotherhood, the Salafists or Al Qaida to gain ground on European territory and reconquer Andalousia resembles a colonial enterprise that must be opposed (13). How did Europe and France become secular societies? Through an unrelenting struggle against the Church, and its hold on the right to regiment people's minds, punish recalcitrants, block reforms and maintain the people - primarily the poorest - in the stranglehold of resignation and fear. The fight was extraordinarily violent on both sides, but it brought about incontestable progress and eventually led to the law of the separation of Church and state being passed in 1905.

The superiority of the French model (copied by the Turkey of Mustafa Kemal) is a result of the victory over obscurantism and events like the St. Bartholomew's Day massacre. How could we tolerate in Islam that which we no longer tolerate in Catholicism? Secularism, which incidentally is written into the Gospels, is based on a few simple principles: freedom of religious affiliation, peaceful coexistence, neutrality of the public space, respect of the social contract, and the common acceptance that religious laws are not above civil ones but reside in the hearts of believers. France, said the philosopher Hannah Arendt, treated its colonies both as brothers and subjects. Happily, the time of colonies is over. But the republican egalitarian ideal postulates that all human beings have the same rights, independently of their race, sex and confession. This ideal is far from being realised. It is even in crisis, as the riots of November 2005 proved. Nevertheless it seems to be a better guiding light than the questionable worship of diversity. Against the right to difference, it is necessary to ceaselessly reaffirm the right to resemblance. What unites us is stronger than what divides us.

The positions of Ian Buruma and Timothy Garton Ash fall in with American and British policies (even if the two disapprove of these policies): the failure of George W. Bush and Tony Blair in their wars against terror also result from their focussing on military issues to the detriment of intellectual debate. The diehard sanctimoniousness of these two leaders, their blend of strategic bravado and starry-eyed naivete, prevented them from striking where it was necessary: on the terrain of dogma, on the reinterpretation of holy scriptures and religious texts (14). Yesterday the Cold War was caught up in a global combat against communism, where the confrontation of ideas, the cultural struggle in cinema, music and literature played a key role. Today we observe with consternation as the British government and its circle of Muslim "advisers" flirts with the credo: better fundamentalism than terrorism - unable to see that the two go hand in hand, and that given a chance, fundamentalism will forever prevent the Muslims of Europe from engaging in reform.

Yet fostering an enlightened European Islam is capital: Europe may become a model, a shining example for reform which will hopefully take place along the lines of Vatican II, opening the way to self-criticism and soul-searching. However we must be sure not to speak to the wrong audience, styling the fundamentalists as friends of tolerance, while in fact they practise dissimulation and use the left or the intelligentsia to make their moves for them, sparing themselves the challenge of secularism (15).

It is time to extend our solidarity to all the rebels of the Islamic world, non-believers, atheist libertines, dissenters, sentinels of liberty, as we supported Eastern European dissidents in former times. Europe should encourage these diverse voices and give them financial, moral and political support. Today there is no cause more sacred, more serious, or more pressing for the harmony of future generations. Yet our continent kneels before God's madmen, muzzling and libelling free thinkers with suicidal heedlessness. Blessed are the sceptics and non-believers if they can calm the murderous ardour of faith!

It is astonishing that 62 years after the fall of the Third Reich and 16 years after the fall of the Berlin Wall, an important segment Europe's intelligentsia is engaged in slandering the friends of democracy. They maintain it is best to cede and retreat, and pay mere lip-service to the ideals of the Enlightenment. Yet we are a long way off the dramatic circumstances of the 1930s, when the best minds threw themselves into the arms of Berlin or Moscow in the name of race, class or the Revolution. Today the threat is more diffuse and fragmented. There is nothing that resembles the formidable peril of the Third Reich. Even the government of Mullahs in Tehran is a paper tiger that could be brought to its knees with a minimum dose of rigour. Nevertheless the preachers of panic abound. Kant defined the Enlightenment with the motto: Sapere aude - dare to know. A culture of courage is perhaps what is most lacking among today's directors of conscience. They are the symptoms of a fatigued, self-doubting Europe, one that is only too ready to acquiesce at the slightest alarm. Yet their good-willed rhetorical molasses covers a different tune: that of capitulation!

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(1) Ian Buruma: "Murder in Amsterdam: The Death of Theo Van Gogh and the Limits of Tolerance", New York (Penguin Press) 2006

(2) "Islam in Europe" in: New York Review of Books, October 5, 2006

(3) Buruma too speaks of "Enlightenment fundamentalists", p. 27.

(4) Ayaan Hirsi Ali: "Infidel", Free Press, 2007

(5) Buruma, op. cit., p. 179.

(6) According to Ian Buruma, the well-known Dutch author Geert Mak compares Ayaan Hirsi Ali's film "Submission" with the anti-Semitic Nazi propaganda film "Jud Süß" ("Murder in Amsterdam", page 240).

(7) In France, 30,000 women of African origin have been subject to genital cutting, and another 30,000 women risk cutting in the future. France has long been the only country to prosecute genital cutting, and the law 4/04/06 has reinforced these measures.

(8) Ayaan Hirsi Ali, "Infidel".

(9) Timothy Garton Ash, in "Islam in Europe." For Garton Ash, Ayaan Hirsi Ali "is irresistible copy for journalists, being a tall, strikingly beautiful, exotic, brave, outspoken woman with a remarkable life story, now living under permanent threat of being slaughtered like van Gogh. (...) It's no disrespect to Ms. Ali to suggest that if she had been short, squat, and squinting, her story and views might not be so closely attended to."

(10) Jutta Limbach: "Making multiculturalism work", in: signandsight.com

(11) Ramadan reiterated this position during a debate with Nicolas Sarkozy on November 20, 2003 on French television. His brother, Hani Ramadan, also a Swiss citizen, defends stoning as punishment.

(12) According to various surveys, 87 percent of British Muslims feel primarily Muslim; in France it is 46 percent. So the majority of Muslims stand behind the republican ideal, puting their religious principles behind their loyalty to the French nation.

(13) Remember the communiques of Al Qaida on September 18, 2001: "We shall break the cross. Your only choice is Islam or the sword!" And in September 2006 after the declarations of Benedict XVI in his Ratisbonne speech on violence and religion, demonstrators in Jerusalem and Naplouse bore signs saying "The conquest of Rome is the solution." And Chiek Youssef Al-Quaradhawi, spiritual leader of the Muslim Brotherhood and mentor of Tariq Ramadan, said in one of his most famous sermons that he was certain that "Islam would return to Europe as a victorious conqueror, after having been twice expelled. I maintain that this time the conquest will not come of the sword, but of preaching and ideology." Al Quaradhawi also condones suicide attacks.

(14) In 2004, Tony Blair printed up two Christmas cards, one of which was addressed to non-Christians and made no reference to the birth of Christ. What paternalism lurks behind this debauchery of good intent!

(15) On Tariq Ramadan's duplicity and deep-seated anti-Semitism: he believes the machinations of the deeply reactionary "Zionist Lobby" are responsible for the bad reputation of his grandfather, Hassan al-Banna, founder of the Muslim Brotherhood in Egypt. The very well-researched and convincingly argumented book "Frere Tariq" by Caroline Fourest (Paris, Grasset, 2004) is highly recommendable in this context. After it was published, the author was physically threatened on the webside of the friends of Ramadan, Ouma.com. Subjected to a witch hunt, she had to be protected by the police for some time.

Translation: jab.

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